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Unfall-, Wiederherstellungs-, Hand- und Plastische Chirurgie

Priv.-Doz. Dr. Michael Wenzl
Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher unserer Homepage
Jeder von uns kann von einem Unfall betroffen sein und damit in eine Situation geraten, die zu einer schlagartigen Änderung der Lebensumstände führt und viele Fragen aufwirft. Umso wichtiger ist es, in solchen Situationen nicht nur schnellstmöglich hochkompetente medizinische Versorgung zu erhalten, sondern auch Hilfe bei der Bewältigung von privaten und beruflichen Herausforderungen, die die Unfallfolgen mit sich bringen. Beides bietet das Ärzteteam der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungs-, Hand -und plastische Chirurgie am Klinikum Ingolstadt 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr. Entsprechend dem Versorgungsauftrag als maximalversorgendes Krankenhaus in der Region ist einer der absoluten Schwerpunkte unserer Klinik die Schwer- und Schwerstverletztenversorgung. Dieser widmen wir uns seit vielen Jahren ganz intensiv, was dazu geführt hat, dass das Klinikum Ingolstadt von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie im Rahmen des Projektes Traumanetzwerk DGU als überregionales Traumazentrum (höchste Versorgungsstufe) zertifiziert wurde. Grundvoraussetzung für eine hochwertige Schwerstverletztenversorgung ist die Möglichkeit zur raschen Zuverlegung dieser Patienten in das Klinikum. Hierzu sind der ADAC-Rettungshubschrauber sowie ein Notarztwagen am Klinikum direkt stationiert. Ein weiterer Notarztwagen wird am Standort Ingolstadt Süd an der Klinik Dr. Reiser vorgehalten. Alle drei Rettungsmittel werden von Notärzten aus dem Institut für Anästhesie und Intensivmedizin, den beiden medizinischen Kliniken und der Klinik für Unfall-, Wiederherstellungs-, Hand und Plastische Chirurgie besetzt. Für schwerverletzte Patienten steht ein hochmoderner Schockraum mit einem Spiralcomputertomographen zur Verfügung, so dass in etwa drei Minuten, Kopf, Wirbelsäule, Brustkorb, Bauchraum sowie Becken und ggf. auch die unteren Extremitäten auf Verletzungen komplett untersucht werden können. Die Behandlung der Schwerverletzten erfolgt nach einem klar vorgegebenen Ablauf (Algorithmus), in den neben der Unfallchirurgie auch die Anästhesie, die Radiologie, die Allgemein, Gefäß-, Kinder-, Neuro- und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie sowie die Urologie eingebunden sind. Die gesamten Initialbehandlungen und die komplette Diagnostik finden direkt im Schockraum statt und der Patient kann im Anschluss nach durchschnittlich 35 Minuten komplett diagnostiziert entweder auf die Intensivstation oder direkt in den OP gefahren werden.
Zur Schwerverletztenversorgung gehört nicht nur die Knochenchirurgie, sondern auch die Chirurgie der Weichteile, u. a. auch die plastische Deckung großer Haut-Weichteildefekte. Deshalb ist in die Klinik eine Sektion Hand- und Plastische Chirurgie integriert, die von Herrn Dr. Schmidt geleitet wird. Neben der Plastischen Chirurgie wird die gesamte Handchirurgie bis hin zur Replantation von Gliedmaßen sowie die gesamte Wiederherstellende Handchirurgie abgedeckt. Zusätzlich werden von der Sektion Hand- und Plastische Chirurgie auch ästhetische Eingriffe angeboten.
Klinikstruktur
Die Klinik für Unfall-, Wiederherstellungs-, Hand- und Plastische Chirurgie verfügt über 67 Betten an zwei Standorten, dem Klinikum Ingolstadt und der Klinik Dr. Reiser. In der Privatklinik Dr. Reiser hat die Abteilung sieben Betten. Zu dem Bettenkontingent im Klinikum gehören Betten auf der interdisziplinären septischen Station, der Kinderstation, der Station für Frührehabilitation, der interdisziplinären Wirbelsäulenstation und der interdisziplinären Intermediate-Care-Station. Zusätzlich können noch bis zu zehn Betten auf der anästhesiologisch geführten Intensivstation belegt werden.
In der Klinik Dr. Reiser werden ausschließlich elektive Operationen durchgeführt. Im Jahr 2008 wurden ca. 2800 Patienten stationär, 10.000 ambulant in den Sprechstunden und 11.000 ambulant im Notfallzentrum behandelt. In diesem Zeitraum wurden 2300 stationäre und knapp 600 ambulante Operationen durchgeführt.
Die Klinik hat derzeit 21 ärztliche Mitarbeiter (Stellenschlüssel: 1-5-15).
Der Klinikdirektor hat die volle Weiterbildungsermächtigung für den Schwerpunkt Unfallchirurgie (WO 93) und die Zusatzweiterbildung Spezielle Unfallchirurgie (WO 04) sowie im Verbund mit der Klinik für Visceral- und Thoraxchirurgie und der Klinik für Gefäßchirurgie für die Basisweiterbildung im Gebiet der Chirurgie (sog. Common trunk). Für den Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie besteht im Verbund mit der Klinik für Orthopädie und Physikalische Therapie am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in München (Direktor Prof. Dr. W. Plötz) die volle Weiterbildungsermächtigung (36 Monate in der Klinik für Unfallchirurgie am Klinikum Ingolstadt, 12 Monate Rotation in die Klinik für Orthopädie in München). Die Weiterbildungsermächtigung für den Facharzt für Plastische Chirurgie und die Zusatzbezeichnung Handchirurgie ist beantragt.
Neben der Versorgung aller frischen Verletzungen sieht die Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie zusammen mit dem Institut für Anästhesie und Intensivmedizin ihre Aufgabe auch in der Weiterbehandlung von schwerstverletzten Patienten, die auswärts primär behandelt wurden und einer Intensivtherapie bedürfen.
Außerdem führt die Chirurgie II zahlreiche fußchirurgische Eingriffe bei Deformitäten sowohl der Zehen als auch des Rück- und Mittelfußes durch. Dabei setzen die Ärzte Implantate der neuesten Generation ein (z. B. winkelstabile Plattensysteme) – wenn möglich minimal-invasiv über kleine Schnitte. Zu den minimal-invasiven Eingriffen zählen auch Gelenkspiegelungen von Schulter-, Ellenbogen- Hand-, Knie- und Sprunggelenken.