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Nuklearmedizinische Diagnostik • Therapiestation

Prof. Dr. Uwe Cremerius
Die Nuklearmedizin ist heute unverzichtbarer Bestandteil moderner Diagnostik- und Therapiemethoden in verschiedenen Bereichen. Sie macht Organfunktionen sichtbar, indem sie sich physiologischer, radioaktiv markierter Tracer bedient. Im Bereich der Therapie behandelt sie zum Beispiel verschiedene Formen der Schilddrüsenüberfunktion mit radioaktivem Jod. Weite Teile Deutschlands, so auch Oberbayern und Franken, galten lange Jahre als ausgesprochene Jodmangelgebiete, was bis heute die Entstehung von bestimmten Formen der Schilddrüsenüberfunktion (sog. Autonomien der Schilddrüse) gefördert hat, weshalb diese vor allem bei älteren Menschen in der Region gehäuft auftreten. Daneben können aber auch Krebspatienten mit Schilddrüsenkrebs oder aber Knochenmetastasen bei Prostatakrebs von verschiedenen Formen der nuklearmedizinischen Therapie profitieren. Die Nuklearmedizin ist ein sehr innovatives Fach und so wurden jüngst zum Beispiel neue Substanzen zur frühzeitigen Erkennung der Parkinsonerkrankung oder neue Therapiemöglichkeiten bei Lymphdrüsenkrebs verfügbar. Außerdem legen wir natürlich auch Wert auf eine menschliche und intensive Beratung und Betreuung unserer Patienten durch unser Ärzte- und Pflegepersonal.

Das Institut für Nuklearmedizin bietet das gesamte Spektrum der modernen Diagnostik mit Ausnahme der PET mit offenen, kurzlebigen, radioaktiven Stoffen an. Hierzu stehen der Abteilung aktuell vier Gammakameras (davon zwei Doppelkopfkameras) zur Verfügung, dazu ein Sondenmessplatz, ein Labor zur Durchführung von Radioimmunoassays und ein Ultraschallgerät. Alle Gammakameras verfügen über die Möglichkeit zu tomographischen SPECT-Aufnahmen.
Das Institut für Nuklearmedizin steht unter der Leitung von
Im Team der Nuklearmedizin arbeiten eine Oberärztin und zwei Assistenzärztinnen, fünf medizinisch-technische Assistenten und vier Pflegekräfte auf der Therapiestation, außerdem Verwaltungs- und Reinigungspersonal. Darüber hinaus herrscht eine enge Kooperation mit den Medizinexperten des Institutes für Strahlentherapie, mit den Instituten für Radiologie (gemeinsames Radiologie-Informations-System) und Laboratoriumsmedizin sowie auch mit niedergelassenen Fachärzten für Nuklearmedizin.
Pro Jahr werden in der Diagnostik etwa 1.400 Skelettszintigraphien (davon die Mehrzahl in Mehrphasentechnik und ca. 25 % einschließlich tomographischer Aufnahmen), etwa 1.200 Schilddrüsenszintigraphien, ca. 800 Lungenszintigraphien, ca. 600 Myokardszintigraphien, ca. 200 Nierenszintigraphien und eine Vielzahl anderer nuklearmedizinischer Untersuchungen durchgeführt, zusätzlich etwa 1.000 Sonographien der Schilddrüse. Auf der Therapiestation werden pro Jahr etwa 300 Patienten behandelt (davon ca. 75 % wegen gutartiger Erkrankungen der Schilddrüse, ca. 20 % wegen bösartiger Erkrankungen der Schilddrüse und die restlichen Patienten im Rahmen der Gelenk- oder Knochenbehandlung mit Radioisotopen).